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Chronik des Kärntner Blasmusikverbandes

Die ersten Bemühungen, in Österreich Musikkapellen in einem eigenen Verband zusammenzufassen, gehen auf die Initiative des Kärntner Komponisten und Kapellmeisters Rudolf Kummerer zurück.
1927 wurde in Kärnten der Landesverband der "Nicht- und Nebenberufsmusiker Kärntens" gebildet, dessen Entwicklung und Festigung jedoch durch die Wirren des 2. Weltkrieges unterbrochen wurden.
1945 begann man mit dem Wiederaufbau der Blasmusikkultur und am 19.Mai 1951 erfolgte schließlich die konstituierende Versammlung des "Bundes der Blaskapellen Kärntens", bei dem 13 Kärntner Musikkapellen vertreten waren. Zum Bundesobmann wurde Prof. Mathias Glantschnig, zum Bundeskapellmeister Rudolf Kummerer ernannt. Die Ziele waren vielfältig: Kurse und Schulungen sollten das Können der einzelnen Musiker in den Musikkapellen steigern, Wertungsspiele auf Bezirks- und Landesebene sollten das Niveau der Musikkapellen insgesamt anheben. In den folgenden Jahren fand der weitere Ausbau von Kursen, Schulungen, Seminaren und Lehrgängen statt. Durch eine verstärkte Jungmusikerausbildung konnte bei den einzelnen Musikkapellen eine starke Verjüngung erreicht werden. Der Prozentsatz an Jugendlichen (bis 24 Jahre) betrug bei den Kärntner Musikkapellen im Jahr 1964 20 %, 1974 30 % und liegt derzeit bei über 50 %!
Wertungsspiele auf Bezirks- und Landesebene und vermehrte Berichte von und über die Blasmusik in Presse und Rundfunk brachten der heimischen Bevölkerung Aufgaben und Bedeutung der Blasmusik in unserer Gesellschaft näher. Von großer Bedeutung für die Geschichte des Kärntner Blasmusikverbandes war das Jahr 1976, das weitreichende Veränderungen brachte. Am 25. April 1976 erfolgte bei der 25. Jubiläums-Bundes-Hauptversammlung gleichzeitig mit der Statutenänderung die Namensänderung von "Bund der Blaskapellen Kärntens" im "Kärntner Blasmusikverband". Wenn man den Stand der Blasmusik in den 50er Jahren mit dem heutigen vergleicht, wird man sich des enormen Aufschwunges der Blasmusik in Kärnten bewusst.
Sowohl der "Bund der Blaskapellen Kärntens" und der KBV als auch die Musikkapellen selbst haben in den zurückliegenden 50 Jahren Leistungen erbracht, die nur möglich waren, weil alle - gleich ob Musiker, Kapellmeister oder Funktionär - mit viel Idealismus und durch Zurückstellung eigener Interessen der Sache gedient haben.

 

Rudolf Kummerer ...

Rudolf Kummerer

... geboren am 27. Dezember 1883 in Flöhau, Kreis Saaz im Sudetengau, bekam im Alter von acht Jahren den ersten Unterricht in Violine. Mit Neun fing an ein Blasinstrument zu erlernen und mit Dreizehn leitete er bereits ein Schülerorchester. Seinen berühmten "Kaiserschützenmarsch" widmete er dem Landesschützen-Regiment Nr. 2, wo er 1909 Kapellmeister war. Kummerer gründete in der Zeit von 1921-1931 die Feuerwehrkapelle St. Urban, die Feuerwehrkapelle Radweg, die Bauernkapelle Tauchendorf und den "Arbeitermusikverein Harmonie Feldkirchen" (die spätere Stadtkapelle Feldkirchen). Über Möllbrücke kam er 1933 nach Spittal an der Drau und gründete auch hier Musikkapellen u.a. in Döbriach, Heiligenblut, Millstatt, Möllbrücke, Mühldorf, Sachsenburg und die Jugendkapelle Spittal a.d. Drau. Nach dem 2. Weltkrieg formierte Kummerer den Vorläufer der heutigen Militärmusik Kärnten.
Seine berühmtesten Märsche:
"Kaiserschützenmarsch", "9er Alpenjägermarsch", "Gendarmeriemarsch", "Treu dem Kärntnerland", "Im Kärntnerland", "Einigkeit macht stark", "Die Magnesiter", "Sieg oder Tod im Alpenrot" und der "Feldkirchner Stadterhebungsmarsch".

 

 

Prof. Mathias Glantschnig ...

Prof. Mathias Glantschnig... geboren am 2. Dezember 1912 in Kreuth bei Bleiberg, erlernte mit 12 Jahren das Spiel auf der Zither. Doch bald schon wurde sein Interesse für die Blasmusik geweckt und besuchte verschiedene Blasmusikkurse und gründete eine Jugendkapelle. Er erhielt am "Mozarteum" in Salzburg eine zweijährige Ausbildung als Kapellmeister und Musiklehrer, die er 1942 mit einer Prüfung vor der damaligen "Reichsmusikkammer" abschloss. 1946 wurde er Leiter der Bergkapelle Bleiberg, deren Kapellmeister er 26 Jahre, bis zu seiner Pensionierung, blieb. Glantschnig war maßgeblich an der 1951 erfolgten Gründung des Bundes der Blaskapellen Kärntens beteiligt. Als dessen 1. Obmann (1951 - 1976) hat er den Aufbau des Blasmusikwesens in Kärnten entscheidend beeinflusst.
Für sein verdienstvolles Wirken wurden ihm folgende Auszeichnungen verliehen:
Das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Kärntner Blasmusikwesen" "Das Ehrenkreuz in Silber am Bande der Österreichischen Blasmusik" "CROIX DE MERITE" und "Das Große Ehrenzeichen des Landes Kärnten", das er 1982 vom Land Kärnten für seine Tätigkeiten für die Entwicklung der Blasmusik in unserem Bundesland verliehen.

 

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Die Chronik des Kärntner Blasmusikverbandes
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Landesfunktionäre seit der Gründung des KBV
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Landesmusikertreffen seit der Gründung des KBV